Workshops

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filmuntertitelung in theorie und praxis mit Prof. Jorge DÍaz-Cintas

University College London

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Wie jedes Jahr, durften wir wieder Herrn Diaz-Cintas vom University College London bei uns für einen Gastvortrag mit anschließendem Workshop begrüßen. Dieses Jahr zum Thema Dubbing vs Subtitling. Die Studenten waren begeistert von den Einblicken in die Berufswelt und berichten hier von ihren Eindrücken:

Zu Beginn unseres eintätigen Workshops bekamen wir von Dr. Jorge Díaz-Cintas, Director of the Centre for Translation Studies am University College London, eine theoretische Einleitung zum Re-voicing allgemein, wozu u.a. auch Dolmetschen und Synchronisation zählen. Danach vermittelte er uns Fakten und Tipps zum Untertitelungsvorgang, denn dabei muss mehr beachtet werden als man anfangs denkt.

Nach dem theoretischen Teil übersetzten wir in kleinen Gruppen einen Auschnitt der britischen TV-Serie "'Gimme Gimme Gimme" auf Deutsch zur Untertitelung. Zum krönenden Abschluss durften wir dann auch selbst Hand anlegen und mit dem Untertitelungsprogramm eine Szene des Films "Charade" untertiteln. Diese praktische Arbeit machte uns nicht nur die potenziellen Schwierigkeiten deutlicher, sondern war auch eine ganz neue, spannende Erfahrung.

Der Workshop hat uns viel Spaß gemacht, Ideen für Bachelor-Arbeiten gegeben und v.a. eine weitere Berufsmöglichkeit als Übersetzer nähergebracht.

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Was die Simpsons mit Donald Trump zu tun haben - Einblicke in die US-Politik von Dr. Markus Hühnemörder

Ludwig-Maximilians-Universität München

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Besseres konnte den Studierenden der Fachakademie und den Schülern der Berufsfachschule so kurz vor den Midterm Elections in den USA nicht passieren: Auf Einladung von Frau Dr. Heimann war Amerika-Spezialist Dr. Markus Hünemörder am IFB zu Gast und referierte über die das Parteien- und Wahlsystem der USA, den Wahlerfolg Donald Trumps sowie die anstehenden Wahlen zum Repräsentantenhaus.

Als Lehrbeauftragter für American History und Mitglied des Amerika-Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität, der sich außerdem mit “Conspiracy Theories as Part of the American Culture“ und “American Humour“ beschäftigt, hatte Dr. Hünemörder seine Präsentation vollgepackt mit Grund- und Expertenwissen, mit reichlich Anschauungsmaterial in Form von spritzigen Cartoons und witzigen Videoclips, die von Wahlkampfspots bis zu den Simpsons reichten, und mit zahlreichen Anekdoten und one-liners (Ex-Vize Joe Biden über Obams healthcare reform: “a big fucking deal“), so dass die Fülle von Informationen das Publikum nicht überforderte.

Wie die Fragen aus den Reihen der rund 150 Zuschauer – einschließlich unserer Erasmus-Studenten – am Ende der Veranstaltung dann auch zeigten, waren sie konzentriert bei der Sache gewesen, ist amerikanische Landeskunde doch an beiden Schulen nicht nur Unterrichts-, sondern auch Prüfungsfach.

Natürlich wurden Wetten auf das Wahlresultat angenommen – die Wette, dass der Vortrag interessant, lebendig und up-do-date sein würde, hat Frau Heimann schon gewonnen. Herzlichen Dank dafür an Dr. Hünemörder!

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Machine Translation und Post editing - herausforderung und chance für übersetzer mit Dr. Lindsay Bywood

University of Westminster

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Hinterher strahlten alle - auch jene, die beim Titel des Gastvortrages Machine Translation and Post-Editing noch reichlich skeptisch dreingeschaut hatten. Dank ihrer überaus anschaulichen Ausführungen schaffte es Lindsay Bywood, das Feinbild „maschinelle Übersetzung“ restlos zu entzaubern und MT als Freund des Übersetzers zu etablieren sowie das Berufsbild des Post-Editors als attraktive Ergänzung zum Übersetzer vorzustellen.

Auf die kurz umrissene Geschichte des maschinellen Übersetzen folgte die für künftige Übersetzer sehr beruhigende Versicherung, dass die jetzt schon ungeheure und künftig noch stärker anwachsende Fülle an zu übersetzendem Material von menschlichen Übersetzern überhaupt nicht zu bewältigen sei. Um Produktivität und somit die Positionierung auf dem Markt zu stärken, ist der Einsatz von MT unerlässlich, wobei sich bestimmte Textsorten wie z.B. kundenorientierte Texte, Reden, Literatur, natürlich überhaupt nicht maschinell übertragen lassen.

Spannend auch die Gegenüberstellung von Fehlertypen, die typischerweise von Maschinen bzw. von Menschen begangen werden. Und beruhigend für unsere Studierenden: MT ist für das Sprachenpaar Deutsch/Englisch weniger geeignet als für sehr eng verwandte Sprachen.

Im zweiten Teil des Vortrages stellte Lindsay Bywood die verantwortungsvolle Rolle des Post-Editors, der sein ganzes Wissen und Können in Ausgangs- und Zielsprache einsetzen muss, vor. Sie unterscheidet sich grundlegend von der des Übersetzers, kann diese aber ergänzen. Die grundsätzliche Frage „Ist es zeitlich effektiv, den Text einem Post-Editing zu unterziehen oder ihn doch lieber von vorne neu zu übersetzen“ ist von zentraler Bedeutung. Ein weiterer Faktor, der den Post-Editing Prozess maßgeblich bestimm, ist die Frage nach der Qualitätserwartung des Kunden (muss der Text muttersprachliche Standards erfüllen oder langt es, wenn er einfache kommunikative Anforderungen erfüllt).

Was kann die Qualität der maschinellen Übersetzung künftig steigern und somit die Arbeit des Post-Editors erleichtern? Wunsch der Vortragenden an künftige Generationen von Computerlinguisten und Übersetzern: Mehr konstruktives Miteinander, mehr Dialog, mehr (qualitätsgesicherte) Daten ins Netz!

Die Fachakademie Kempten bedankt sich bei Lindsay Bywood für einen ausgesprochen anregenden Vortrag.

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IFB-Studenten mit viel Spaß als untertitler am werk bei Ted-Projekten und Filmtrailern

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Als Einstieg ins audiovisuelle Übersetzen nehmen wir seit drei Jahren am TED Open Translation Project teil. TED steht für Technology, Entertainment, Design, und startete ursprünglich 1990 als eine alljährlich abgehaltene Innovations-Konferenz in Monterey, Kalifornien. Im Laufe der Jahre hat sich die Ausrichtung von TED erweitert und umfasst auch Gebiete wie Business, globale Themen, Kultur, Kunst und Wissenschaft.

TED-Konferenzen werden inzwischen auch außerhalb der USA abgehalten, und es sind eine Reihe von Ablegern mit jeweils eigener Ausrichtung entstanden, wie zum Beispiel TEDx und TED-Ed. Auf der TED-Talks Website werden die besten Vorträge kostenlos als Videos ins Netz gestellt, um sie möglichst vielen Interessenten zugänglich zu machen. Seit 2009 werden diese Videos in vielen Sprachen im Rahmen des Open Translation Projects untertitelt. Es arbeiten derzeit 23.455 Übersetzer weltweit bei dem Projekt mit und erstellen Untertitel in 112 Sprachen.

Für unsere Zwecke eignen sich die TED-Ed-Videos besonders gut – dies sind kurze animierte Filme zu Unterrichtszwecken, deren Themen von der Existenz von Außerirdischen, über Epigenetik, bis hin zu Shakespeare jedes erdenkliche Sachgebiet umfassen. Da der Text, anders als bei einem Vortrag, auch zu den jeweiligen Animationen genau passen muss, stellt die Erstellung der Untertitel eine besondere Herausforderung dar.

Außer in der Kunst des Übersetzens können wir uns hierbei auch im Komprimieren üben, da die deutschen Untertitel meist länger sind, als die englischen. Das Projekt verläuft auf der Grundlage des 'Peer Review', das heißt unsere fertigen Untertitel werden von einem externen Sprachkoordinator überprüft und abgesegnet. Es ist ein tolles Erfolgserlebnis, wenn sie dann anschließend im Netz veröffentlicht werden.

Besonderen Spaß hat die Untertitelung des preisgekrönten Kurzfilms der britischen Filmemacherin Caroline Sax, "The Fishmonger's Daughter", gemacht.