VOM IFB in die Welt

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EDINBURGH UND IHRE WILDE SCHWESTER

Klassenfahrt nach Schottland

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Hätten wir, die 13 schottlandbegeisterten Studenten der FAK, diese schottische Redensart im Vorfeld unserer Reise nach Edinburgh nur etwas ernster genommen, dann hätte der eine oder andere wohl doch noch schnell ein zusätzliches Paar wasserdichter Schuhe bei Zalando bestellt oder ein paar Euro mehr für einen stabileren Regenschirm ausgegeben.

Doch es kam, wie es kommen musste: Einige von uns hatten (wohl auch aus Angst vor den von Ryanair bei „Übergewicht angedrohten Zusatzgebühren) beim Kofferpacken Askese geübt – nicht ahnend, dass der Regen schon bald unser ständiger Begleiter werden würde. Dabei fing doch alles so gut an: In Edinburgh empfing uns strahlender Sonnenschein, so dass es uns nicht weiter störte, ein paar Minuten länger als geplant auf den Bus warten zu müssen, der uns zu unserer Jugendherberge bringen sollte. Das gemeinsame Abendessen in einem Pub, dessen Interieur ein wenig an die „Große Halle aus den Harry-Potter-Filmen erinnerte, rundete den ersten Tag ab.

Die magischen Kräfte von Harry Potter hätten wir am nächsten Tag gut gebrauchen können, denn es versprach ein regnerischer Tag zu werden. Aber wir konnten nun einmal kein schönes Wetter aus dem Hut zaubern, und so zückten wir lieber unsere Regenschirme, bevor wir ins Freie traten. Vor der Jugendherberge wurden wir gegen 10 Uhr morgens von unserer Stadtführerin empfangen, einer rüstigen Dame, deren Fitness sich umgekehrt proportional zu ihrem Alter zu verhalten schien und die das Sprichwort „Was man nicht im Kopf hat, hat man in den Beinen“ Lügen strafte, hatte sie doch nicht nur sehr viel Muskelkraft in den Beinen, sondern auch jede Menge interessanter und wissenswerter Anekdoten über die Stadt Edinburgh im Kopf.

Apropos Kopf: Nachdem wir so viele verschiedene Eindrücke von der schottischen Haupstadt gesammelt hatten, rauchten uns die Köpfe. Ob Edinburgh wohl deshalb im Volksmund„Auld Reekie, also Alte Verrauchte, genannt wird? Wohl eher nicht, denn Namen sind ja bekanntlich Schall und Rauch. Jedenfalls machten sich die meisten von uns nach der Stadtführung erst einmal auf die Suche nach etwas Essbarem, um sich von dem langen Fußmarsch zu erholen und wieder zu Kräften zu kommen. Bald schon hatten sich Hunger und Müdigkeit in Rauch aufgelöst, und da der Rest des Tages zur freien Verfügung stand, wurde die Stadt noch ein wenig auf eigene Faust erkundet.

Passend zum Thema Faust ein Zitat aus Goethes gleichnamiger Tragödie: Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst. Aber mit dem rechten Weg ist das manchmal so eine Sache, erst recht in der größten Stadt Schottlands: Glasgow. Nach einer rund dreiviertelstündigen Zugfahrt erreichten wir Edinburghs größere, wildere Schwester und wurden am Bahnhof zunächst von Herrn Braunschweiger mit Stadtplänen eingedeckt. Diese Maßnahme brachte nicht immer auf Anhieb den erhofften Erfolg, aber trotz wiederholter Kehrtwendungen und Zickzackläufe durch Glasgows Straßen, die hinsichtlich ihres Gefälles denen von San Francisco in nichts nachstehen, nahmen wir einige Eindrücke mit. So riskierten wir beispielsweise einen Blick in die berühmte „Glasgow School of Art, die über das Leben und Wirken des Jugendstil-Architekten Charles Rennie Mackintosh Aufschluss gibt. Leider konnten wir die Stadt aber nicht in ihrer ganzen Fülle kennen lernen, denn schneller, als uns lieb war, neigte sich der Tag dem Ende zu, und ehe wir’s uns versahen, waren wir schon wieder zurück in Edinburgh. Tja, die Zeit bleibt eben nicht stehen, und man kann nicht „zum Augenblicke sagen: Verweile doch! Du bist so schön! – das wusste sogar schon Goethe. Der war ja im Übrigen nicht nur ein gefeierter Dichter, sondern auch einer, der gerne feierte. Einige von uns taten es ihm gleich und erkundeten am Abend die Partymeilen von Edinburgh.

Das Ergebnis dieser nächtlichen Aktivitäten war, dass sich die Gruppe am nächsten Morgen in zwei Lager spaltete. Alle hörten etwas rauschen, aber bei den einen war es nur das Blut in den pochenden Schläfen, bei den anderen das Meer. Denn während die „Feierbiester den Vormittag schlafend in der Jugendherberge verbrachten, machten sich die anderen auf zum Strand. Wir hatten das Wasser schon fast erreicht, als Herr Braunschweiger die Erfahrung machen musste, dass schottische Schirmhersteller auch nur mit Wasser kochen: Der Regenschirm, den er sich tags zuvor in Glasgow besorgt hatte, gab den Geist auf, und wer ohnehin sehr nah am Wasser gebaut ist, dürfte seine Mühe gehabt haben, nicht vor Lachen Rotz und Wasser zu heulen beim Anblick von Herrn Braunschweiger, der versuchte, das beste aus seiner misslichen Lage zu machen, indem er sich den Schirm, der keinen Stiel mehr hatte, kurzerhand über den Kopf stülpte.

Aber zu viel Schadenfreude gilt ja gemeinhin als sti(e)llos, deshalb möchte ich nicht weiter darüber berichten und schnell das Thema wechseln: Gegen Abend – wir waren inzwischen wieder vollzählig – begaben wir uns in die Royal Mile, Ausgangspunkt der Geisterführung, an der wir teilnehmen wollten. Die Kostümierung unseres Guides, die der Requisite von „The Village entnommen worden zu sein schien, gab uns einen Vorgeschmack auf das, was uns in den Katakomben von Edinburgh erwarten sollte. Mit sonorer Stimme, sardonischem Lächeln und britischem Humor unterwies uns der Führer in schottischer Geisterkunde und geleitete uns dabei immer tiefer in die geheimnisumwitterte Unterwelt der Stadt. Zwar fiel der Gänsehautfaktor aufgrund der kommerziellen Ausrichtung (inklusive eines unterirdischen Souvenirshops) alles in allem recht gering aus, dennoch waren am Ende alle froh, wieder an der frischen Luft zu sein und das letzte Licht des Tages genießen zu können.

Das Tageslicht wurde auch bei der Konstruktion des Scottish Parliament optimal genutzt. Davon konnten wir uns am letzten Tag unserer Schottlandreise selbst überzeugen. In einer überraschend aufschlussreichen und informativen Führung wurden wir nicht nur über die Arbeitsabläufe der Abgeordneten in Kenntnis gesetzt, sondern bekamen auch einen Eindruck von der außergewöhnlichen Formsprache des spanischen Architekten Enric Miralles, der für die Gestaltung des lichtdurchfluteten Parlamentsgebäudes verantwortlich zeichnet. Das Parlament entstand übrigens im Zuge der „Devolution, also der Dezentralisierung, die dazu führte, dass in Schottland jetzt bis zu einem gewissen Grad selbst Gesetze erlassen werden können. Mehr Freiheiten für die Schotten, mehr Freiheiten für die Studenten – nach diesem Motto handelten unsere Lehrer und ließen uns den Rest des Tages nach unseren Wünschen und Vorstellungen gestalten.

Da unser Flug zurück nach Deutschland schon um 7 Uhr morgens ging, hatten nicht wenige den Wunsch, die Nacht durchzumachen, und setzten dieses Vorhaben dann auch erfolgreich in die Tat um. Eine ungefähre Vorstellung davon, was man zu sehen bekam, wenn man am nächsten Morgen in ihre Gesichter blickte, kann sich jeder Leser selbst machen, doch man spricht schließlich nicht umsonst von einem Red‑Eye Flight. Und so konnten wir an jenem Tag mit einem roten, aber auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurückblicken auf das, was wir erlebt hatten: Mit einem lachenden Auge, weil wir viel Spaß gehabt hatten; mit einem weinenden, weil die Reise schon wieder zu Ende war. Ein großes Dankeschön an Frau Heimann, die auch mit einem roten Auge zu kämpfen hatte und deshalb leider nicht mitkommen konnte, sowie an Frau Sobek und Herrn Braunschweiger!

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Kultur, guinness und vieles mehr in Dublin

Klassenfahrt nach Irland

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Nachdem wir Studenten des IFB Kempten in den letzten Jahren schon England (London) und Schottland (Edinburgh) unsicher gemacht hatten, wollten wir den Iren auch nicht verwehren, einmal in den Genuss unserer Anwesenheit zu kommen. So ging die Reise also nach Dublin.

Am Mittwoch flogen wir elf (zehn Studenten und Herr Braunschweiger) von Memmingen aus mit RyanAir nach Dublin. Als wir ankamen, waren wir erst mal ganz erstaunt davon, dass es nicht regnete, denn Herr Braunschweiger hatte uns einige Tage zuvor einen nicht gerade sonnigen Wetterbericht geschickt. Nach einer Busfahrt und einem kurzen Marsch von der Bushaltestelle über die O’Connell-Bridge erreichten wir unser Hostel.

Sobald wir uns alle mehr oder weniger eingerichtet hatten – wobei es eingerichtet nicht ganz trifft, denn wie uns die interessanten Regeln an der Zimmertür erklärten: „Please keep all your belongings in your suitcase under your bed. Items lying idle may be removed by housekeeping – ging es dann auch schon los.

Während unsere Zwillinge, Tobi und Daniel sich anhörten, was Dublin musikalisch so zu bieten hatte, erkundete der Rest von uns im Temple-Bar-Bezirk die Pubkultur Irlands. In einem dieser Pubs saßen wir auch, als der erste richtige Regenschauer auf Dublin herunterprasselte. Wir wurden also glücklicherweise nur von innen nass.

Am nächsten Morgen stand dann der erste richtige Programmpunkt an: Wir wurden von einer netten Stadtführerin direkt am Hostel abgeholt und lernten von ihr im Laufe des Vormittags allerhand über Dublin, seine Geschichte und seine Kultur. Besonders interessant war überraschenderweise ein kleiner Metzgerladen, bei dem wir Dublins Fleischspezialitäten näher kennenlernten als sich das manch einer von uns vielleicht gewünscht hätte. (Siehe Foto!) Nach einem leckeren Mittagessen – wie könnte es anders sein, wieder in einem von Dublins vielen Pubs - entschieden sich ein paar von uns, sich das Trinity College noch genauer anzusehen. Das Interessante an der Führung über den Campus war, dass sie von Studenten selbst geleitet wird. Unser Campus-Tourguide hatte neben tatsächlichen geschichtlichen Informationen auch noch allerlei Studenten-Interna zu berichten, wie beispielsweise folgende Aussage: „If you go to the left here, you will find the secretary’s office, the dwelling place of the two most unhelpful human beings on this planet.

Auch das Book of Kells, ein wunderschön verziertes Evangelienmanuskript, und die Bibliothek des Trinity College muss man unbedingt gesehen haben. Leider darf man (ob zum Schutz der Bücher oder eher doch zum Schutz der Einnahmen des hauseigenen Souvenirshops) in der Bibliothek selbst keine Fotos machen.

Am Freitag machten wir dann einen kleinen Ausflug im Zug nach Bray, also direkt ans Meer. Das Meer selbst und die Klippenlandschaft sind zwar wirklich wunderschön, aber leider machte uns an diesem Tag zum ersten Mal das Wetter einen Strich durch die Rechnung, denn es nieselte den ganzen Tag. Dazu kam noch, dass sich ein paar ganz Mutige etwas zu nah ans Meer getraut hatten und prompt mit nassen Schuhen und Socken dafür bezahlen mussten. Während sich einige ganz Harte trotz des Regens zu einem kleinen„cliff walk aufmachten, setzte sich der Rest von uns in ein Restaurant mit offenem Kamin und ließ sich erst einmal trocknen.

Samstagfrüh machten wir uns auf den Weg zum „Kilmainham Gaol. Obwohl wir erheblich länger unterwegs waren als geplant, schafften wir es doch noch zur ersten Führung. Das Kilmainham-Gefängnis spielt eine wichtige Rolle für Irland, da hier im Laufe der Geschichte viele irische Rebellenführer inhaftiert waren und teilweise auch hingerichtet wurden. Es wurde 1924 geschlossen und ist seit den 60er-Jahren als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich. Außerdem wurde es für diverse Filme als Kulisse verwendet. Die Führung durch das Gefängnis war auf jeden Fall sehr interessant, wenn auch stellenweise ein wenig schockierend. Wir erfuhren zum Beispiel, dass die jüngsten Gefangenen im 19. Jahrhundert gerade einmal sechs Jahre alt gewesen waren.

Die Nachmittagsgestaltung stand uns dann wieder völlig frei und so war der Besuch in einigen National Museums (die übrigens alle gratis sind) auch nur eine von vielen Arten, wie wir den letzten Tag in Dublin nutzten. Für mich persönlich war die abendliche Gruselführung durchs Leprechaun-Museum – leider nicht gratis, sondern ziemlich teuer, aber es war das Geld auf jeden Fall wert - ein krönender Abschluss für unsere Dublinfahrt.

Wie immer, wenn man Spaß hat, vergeht die Zeit natürlich viel zu schnell und es hätten wohl alle von uns gerne noch ein paar Tage länger Dublin erkundet, denn es gibt wirklich wahnsinnig viel zu sehen.

Ganz zum Schluss muss auf jeden Fall noch Herr Braunschweiger erwähnt werden, der während unserer Dublinfahrt wirklich ganze Arbeit geleistet hat, alles zu organisieren, und außerdem bei unseren teilweise ziemlich blödsinnigen Gesprächen mit viel Humor dabei war. Ich kann also, denke ich, für alle sprechen, wenn ich sage: Vielen, vielen Dank! Es war wirklich richtig schön!

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Bonjour de Paris

Klassenfahrt nach Frankreich

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Am Morgen des 16.7. ging es sehr sehr früh los. Alle trafen sich am Kemptener Bahnhof, um ein verlängertes Wochenende in Paris zu verbringen. Dies sollte das letzte richtige Beisammensein sein, bevor sich alle auf die Suche nach Arbeit und einem neuen zuhause machten. Begleitet wurden wir von Herrn Ganslmayr und Frau Sobek. Nach einer lustigen Zugfahrt kamen wir dann in unserem ziemlich zentral gelegenen, kleinen Hotel Trois Nations an. Nach dem Einchecken waren alle schon ziemlich gespannt, die Stadt der Liebe kennenzulernen und mit Peter Ganslmayr als „Stadtführer“ war dies wirklich einfach.

Als sich nach anfänglich trübem Wetter die Sonne zeigte, konnten wir den Tag sehr genießen. Gleich am ersten Tag stand Notre Dame auf dem Programm und jeder war schon sehr gespannt, da man ja so viele Geschichten der Kathedrale im Kopf hat. Am Abend hatten wir dann noch Zeit für uns und haben auch gleich mal unsere Französischkenntnisse beim Essen und Trinken bestellen getestet. Witzig war, dass die Franzosen einem immer auf Englisch zu antworten scheinen, sobald sie hören, dass man Ausländer ist… Erschöpft von der Reise und den Unternehmungen haben alle den Abend ruhig ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen durften wir uns über ein typisch französisches Frühstück freuen: Croissants und natürlich Baguette… Frisch gestärkt machten wir uns in den folgenden Tagen auf und schauten uns noch einige Sehenswürdigkeiten an, wie den Invalidendom (in dem sich das Grabmal Napoleons befindet), den Triumphbogen, das Louvre (das wirklich sehr imposant ist, auch die Pyramide) und das Künstlerviertel Montmartre. Bei unserer Bootsfahrt über die Seine konnte man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten noch einmal betrachten. Dabei sind auch sehr schöne Fotos entstanden. In unserer Freizeit haben noch ein paar Sportliche von uns den Eiffelturm bestiegen – von dort, aber auch vom Montmarte aus, hat man eine atemberaubende Aussicht.

Am Dienstag – nach fünf Tagen voller neuer Eindrücke und sehr viel Spaß – machten wir uns wieder auf die Heimreise. Die Fahrt hat mir persönlich viel Spaß gemacht und ich denke wir alle hatten schöne fünf Tage in der Stadt der Liebe.