Erfahrungsberichte 

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Social Media Managerin beim FC Bayern

Ann-Kathrin

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Wie ein Magnet ziehen Stadions und Arenen mein Interesse an - meine Leidenschaft für Fußball (zeitlebens bekennender Bayernfan) war definitiv Impulsgeber für mein drittes Spanienpraktikum beim FC Valencia. Ein Praktikum wie es für mich kaum spannender sein kann: Der Pfiff zum Anstoß auf dem Rasen des Valencianischen Fußballtempels "Mestalla" ist mein Startschuss, die Social Media-Kanäle zum Glühen zu bringen. Seit Oktober darf ich in die Tiefen des spanischen Erstliga-Vereins Valencia Club de Fútbol tauchen und meine an der FAK erworbenen Sprachkenntnisse an Fußballfans in aller Welt bringen.

Nach einem spannenden Praktikum an einer Privat-Universität und in einer internationalen Website-Firma, das Highlight meiner bisherigen Spanien-Praktika - denn wenn sich Fußball-Leidenschaft und die Liebe zu Sprachen vereinen, ist die Arbeit in der internationalen Abteilung eines Profivereins wohl schwer zu toppen. Die VCF-Fußballer um den deutschen Nationalspieler Shkodran Mustafi geben sich bisher alle Mühe, mein Praktikum so unterhaltsam wie möglich zu gestalten: sie kämpfen sich durch drei Pokale, die Spanische Liga "Primera División, den spanischen Pokal, "Copa del Rey" und sogar die Champions League, kletterten seit meinem Praktikumsbeginn zwei Tabellenplätze nach oben und trennten sich trotzdem vom Portugiesischen Trainer Nuno. Jetzt soll's eine englische Fußball-Legende richten, Gary Neville - ganz zu meiner Freude, denn das bedeutet jede Menge Stoff für die internationalen Medien, für die ich zusammen mit einer weiteren FC-Mitarbeiterin verantwortlich bin.

Die Gänsehaut-Atmosphäre aus dem Stadion per Twitter in die Fußball-Welt zu transportieren ist die wohl spannendste aller Facetten, die dieser Job für mich zu bieten hat und die, dank eines straffen Terminplans von mindestens zwei Spielen pro Woche, erfreulicherweise nicht zu kurz kommt. Ein echter Adrenalin-Kick für einen begeisterten Fußballfan wie mich, obwohl die Verantwortung, die ich hier zu schultern habe - meine fußballtechnischen Kommentare einem kritischen Publikum von tausenden Fans zu präsentieren - anfangs schon etwas respekteinflößend war. El tiempo pasa volando – deshalb bin ich auf ein paar weitere Praktikumswochen gespannt und sende viele Weihnachtsgrüße nach Kempten. Feliz Navidad & Próspero Año Nuevo!

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Nach der BFS und FAK als Back Office Manager in der Automobilindustrie

Max

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Vom IFB in die Mode- und schmuckwelt

Steffi

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Ich bin ehemalige Schülerin der BFS und habe dort meinen Abschluss als staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin gemacht. Danahc wollte ich erst einmal eigenes Geld verdienen.

Inzwischen arbeite ich nun seit mehr als sechs Jahren in einem mittelständischen Betrieb in Neugablonz mit ca. 40 Mitarbeitern und bin dort als Assistentin der Geschäftsleitung angestellt. Unsere Firma stellt Metallfassungen für Swarovski-Steine her. Das heißt, wir sind im Modeschmuckbereich tätig und arbeiten viel mit Schmuckherstellern und Designern zusammen.

Zunächst war ich damals im Vorstellungsgespräch wirklich überfordert. Es wurden unter anderem meine zukünftigen Aufgabenbereiche besprochen, die auf mich zukommen würden. Da ich direkt von der Schule und ohne jegliche Praxis kam, dachte ich mir zunächst, dass ich das niemals schaffen könnte und zu unerfahren wäre. Ich hatte allerdings die Möglichkeit mit meiner Vorgängerin noch einmal Kontakt aufzunehmen und zu sprechen. Sie hat mich beruhigt und mir viel noch einmal in Ruhe erklärt.

In den fünf Wochen Einarbeitungszeit hat sie mir wirklich viel gezeigt. Allerdings musste ich mir auch sehr viel selbst arbeiten, was in der Anfangszeit nicht leicht war, da ich mir sehr viel in Eigenregie zusätzlich zum Tagesgeschäft erarbeiten musste. Zu meinen Aufgaben zählen: Übersetzungen und Korrespondenz in Englisch, Spanisch und Französisch, Angebotserstellung und Auftragsbearbeitung, Bearbeitung von Reklamationen, teilweise Rechnungserstellung/Einkauf und Versand/Export inkl. Erstellung von Ausfuhrdokumenten, Erstellung von Werbematerial, die Präsentation unserer Produkte und Kundenberatung auf Messen im In- und Ausland und die Unterstützung der Geschäftsleitung

Ich muss wirklich sagen, dass ich Glück habe, alle erlernten Sprachen anwenden zu können. Die tägliche Korrespondenz mit unseren Kunden aus Italien, Spanien, Frankreich, USA etc. ist sehr herzlich und persönlich. Am besten gefallen mir die Tätigkeiten im Bereich Vertrieb. Ich war bereits auf Messen in Paris, Mailand, Bologna, Barcelona, Mallorca, Hong Kong, Istanbul und Nürnberg. Die Messen waren größtenteils Mode- und Schmuckmessen. Wirklich unglaublich. Diamonds are a girl's best friend kann ich nur sagen. Diese Branche ist natürlich ideal und für eine Frau der Wahnsinn. Ich hatte überall Zeit, die Städte zu erkunden, wenn auch nur wenig, aber für ein bisschen Sightseeing hat es immer gereicht. Meine Arbeit ist wirklich sehr vielseitig. Ich kann meinen Tag komplett alleine planen und fast jeder Tag ist anders als der vorige. Es wird nicht langweilig, und auch heute noch werde ich durch neue Aufgaben gefordert.

Ich kann euch nur als Tipp geben, solltet ihr direkt von der BFS ins Berufsleben starten wollen, nur keine Angst. Traut euch. Es ist anfangs nicht leicht, aber durchaus machbar.

Mein Traumjob beim Auswärtigen amt

Anita

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Es hat mich gefreut zu hören, dass sich manche von euch für eine Anstellung beim Auswärtigen Amt interessieren. Für mich war das immer der Traumjob, und ich habe die beiden Jahre an der Berufsfachschule belegt, weil ich eine entsprechende Ausbildung für eine Bewerbung dort brauchte.

Also, meine Voraussetzungen waren etwas andere als die eines "normalen" BFS-Abgängers. Ich sprach, bevor ich zur BFS kam, bereits Englisch, Französisch und Arabisch, denn ich hatte 15 Jahre meines Lebens in Algerien verbracht und als Ortskraft 2 Jahre an der Deutschen Botschaft in Algier gearbeitet.

Um mich dann beim AA in Berlin bewerben zu können, brauchte ich aber einen Nachweis über meine bereits vorhandenen Sprachkenntnisse. Deswegen drückte ich die Schulbank nochmals zwei Jahre, was mir damals anfangs nicht sehr leicht fiel. Aber dann bekamm ich einen hervorragenden Abschluss. Aber ohne Fleiß kein Preis. Ein sehr guter Abschluss ist Voraussetzung für eine Bewerbung beim AA. Dort werden nur die Besten der Besten genommen. Es ist schließlich eine oberste Bundesbehörde. Und euer Arbeitsplatz sind die Botschaften in der ganzen Welt, in denen jeder Einzelne die Bundesrepublik repräsentiert.

Wenn ihr zum 3-tägigen Auswahlverfahren eingeladen werdet, prüft man eure Sprachkenntnisse schriftlich und mündlich am ersten Tag. Am zweiten Tag habt ihr viele Fragen eines Prüfungskomitees zu beantworten, eher allgemeiner und nicht politischer oder wirtschaftlicher Art. Man will mehr über euch und eure Befähigung erfahren, ob ihr für die Stelle geeignet seid. Und am dritten Tag findet die Tropentauglichkeitsuntersuchung statt, mit gründlichem Gesundheitscheck.

Wir FAs (Fremdsprachenassistentinnen) arbeiten 39,5 Std. pro Woche. Mein Arbeitstag, z.B. heute, gestaltet sich v.a. durch die Vorbereitung einer Großveranstaltung in der kommenden Woche. Es handelt sich um ein Konzert im Festsaal der Botschaft. Ich habe viele hundert Leute eingeladen, reserviere die Örtlichkeit, sage unseren Technikern, was an technischen Mitteln benötigt wird, kümmere mich um den anschließenden Empfang (über Caterer), nehme die Zu- und Absagen auf, bestelle zusätzliches Sicherheitspersonal für die Einlasskontrolle etc... Nebenbei klingelt 1000x das Telefon, Maileingänge wollen bearbeitet werden, der Referatsleiter will Berichte etc. geschrieben haben. Alles ist interessant und arbeitsintensiv.

Und die Sache mit den Umzügen stört mich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Mir wäre es nicht recht, wenn ich wüsste, ich müsste mein Leben lang mit den gleichen Kollegen am gleichen Arbeitsplatz in der gleichen Stadt in Deutschland arbeiten. Ich würde mich gefangen fühlen. Die übliche Rotation für FAs findet nach vier Jahren statt. Eure Standzeit könnt ihr aus dringlichen Gründen entweder um ein Jahr verlängern oder verkürzen. Im Sommer sind es bei mir vier Jahre Moskau, ich habe aber um ein Jahr verlängert.

Anschließend werde ich mich auf einen Posten in Süd-Ost-Asien bewerben. Ich freue mich auf neue Herausforderungen in einem fremden Kulturkreis in einem exotischen Land, mit fremder Sprache. Ich hätte mir vor einigen Jahren nie träumen lassen, dass ich irgendwann einmal Russisch sprechen werde. Es gibt an jeder Botschaft die Möglichkeit die Landessprache zu erlernen. Das ist auch höchstnotwendig, weil z.B. in Russland nur Russen anrufen, die alle nur Russisch sprechen...

Wenn ihr beim AA anfangt, werdet ihr ein Jahr lang in Berlin eingeordet. D.h., dass man sich an die Arbeitsabläufe im AA gewöhnen soll. Dann kann man sich auf einen Posten im Ausland bewerben. Man gibt 3x A-Posten (europ. Ausland) an, 3x B-Posten (restl. Ausland) und 3x C-Posten ("Gefahrenposten" wie Kabul, Bagdad, Bogota, Ramallah etc.). Das AA wählt dann einen Posten aus, den man auch zu akzeptieren hat.

Vielleicht ist die Stelle der FA beim AA durch meine Beschreibungen nun zum Traumjob für manchen geworden. Solltet ihr noch weitere Fragen haben, don't hesitate…